Freitag, 27. Mai 2011

essig, salzig, süß ..

.. waren die jeweils ersten Empfindungen.

Am Montagmorgen fiel es mir schwer, das Bett zu verlassen- ich hatte den notwendigen Schlaf anscheinend noch nicht nachgeholt. Tagsüber ging ich trotzdem mit aller Kraft und Motivation meiner Aufgabe nach und war ein Vorzeige-Aupair für Santeri, dafür war ich am Abend umso fauler.

"Der schrecklichste Moment ist, wenn sich der Mensch vom Bette trennt!" - diese Worte meiner Oma Steffi kamen mir auch am Dienstagmorgen wieder in den Sinn. Ein Tag wie fast jeder andere stand mir bevor und meine fast neue fantastisch-bequeme Jogginghose verließ den ganzen Tag meine Beine nicht, selbst dann nicht, als ich zu Silvia fuhr, wir im Supermarkt und Pizza essen waren. Da saßen wir, beide mit einer leckeren KOTI-Pizza, irgendwo in Tuusula auf einem windigen Spielplatz und laberten übermüdeten Schwachsinn.

Der Mittwoch war sehr entspannt, denn gegen 10 überkam Santtu die Müdigkeit und ich konnte ihn für ein kleines Schläfchen hinlegen. Überraschenderweise lies er mir ganze 3 Stunden purer Entspannung. Es gab Mittagessen und dann war auch schon Minnami da, was für mich zur Folge hatte, dass ich bereits 14Uhr Feierabend hatte.
Ich beschäftigte mich hier und da, bis 17:30Uhr Tina Tuusula erreichte. Zusammen mit GÜNTHER fuhren wir nach Helsinki. Unser Ziel sollte das "Ravintola Perho" sein. In diesem Restaurant servieren die Azubis der ersten finnischen Restaurantschule mit Charme und Ambition.


Tina und ich waren beeindruckt vom Antlitz der Lokalität und so suchten wir uns einen schönen Platz in der hintersten Ecke und studierten die Speisekarte. 

Vorspeise: 
Spargel-rote-Zwiebeln-Essig-Irgendwas und Honig-Irgendwas-Soße 

"Sieht lecker aus!", dachte ich und "Zu viel Essig!", sagte ich. Die Vorspeise war trotzdem irgendwie in Ordnung, aber wenn die Hauptspeise nicht trumpfen würde, wollte ich mein Geld zurück haben. Unser sehr junger und verlegener Kellner informierte uns, dass das Hähnchen nicht mehr vorhanden sei und bat uns stattdessen Rind an, widerwillig nickte ich vorerst und setzte noch mehr Erwartung in die Hauptspeise.


Hauptspeise: 
Spargel, Möhren, dunkle Pilz-Irgendwas-Soße und Rindersteak

Bravo! Das Rind war eine Wucht! Soooo lecker, nachdem die erste Ecke wie Salzstein schmeckte. Ich fand es dann doch gut, kein Hähnchen zu haben und außerdem war es gut, dass das Steak so groß war. Leider wurden die Möhren und der Spargel davon verdeckt ;-) 



Überzeugt und satt blickten Tina und ich der Nachspeise neugierig entgegen.

Nachspeise: 
Rhabarber-Crème-Brüleé

Das kleine Näpfchen sah ganz schön verloren aus auf dem großen Teller und zwischen den mikroskopischen Erdbeeren, aber im Geschmack hat das Dessert auf jeden Fall überzeugt, nur leider zu wenig von dem süßen Abgang.


Hmmm..

Der Verdauungspaziergang zu GÜNTHER tat gut und gemeinsam folgten wir der Hauptstraße bis zum Hafen..


Wir überlegten, noch in ein Café/Bar einzukehren, den der Tag war ja noch jung, zumindest war es noch hell, aber der Blick auf die Uhr belehrte uns eines besseren..

..ist es denn zu fassen, dass es um diese Zeit noch so hell ist? Also ich war platt! Wir liefen noch ein wenig herum und traten die 30 Minuten Autofahrt an. Tina musste noch nach Lahti (1 Stunde mit dem Auto) und ich machte mich über Muddie´s Paket her, welches ich am Nachmittag von der Post geholt hatte, als ich nach Hause kam. Meine Gasteltern freuten sich über die Flasche Weißwein und natürlich über die Bratwürste, Würstchen und den guten Bautzner Senf. Selbstverständlich war auch ein kleiner Vorrat Kinderschokolade für mich dabei- DANKESCHÖN MUDDIE! Weiterhin fand ich die gewünschte Bodylotion und eine Ergänzung meines Kleiderschrankes, sowie meine Sonnenbrille mit Stärke :-) DANKESCHÖN MUDDIE!
Bald darauf ging ich ins Bett, denn auf mich wartete wieder ein Tag mit Santeri.

Donnerstag, 26.Mai:
Dieser Morgen sollte mein letzter im Sauna-Haus sein, denn nach einem kurzen Arbeitstag gestalteten Minnami und ich das Kinderzimmer im Haupthaus um und meine Sachen und ich fanden eine neue Unterkunft. 
Am Abend kam noch Silvia vorbei und gemeinsam schmiedeten wir erste Pläne für ein Wochenende im Juni- GÜNTHER, Digga und ich machen einen Roadtrip nach Turku und lassen uns auch die Schärenringstraße nicht entgehen, das wird ein Spaß! Whooop!
Als ich in mein großes(!) Bett fallen durfte, war ich zufrieden und im Einklang mit der Welt :-)

Freitag, 27.Mai:
Ein schöner Tag für mich! Ich wachte auf und hatte Platz, mich zu strecken und deswegen wollte ich am liebsten liegen bleiben. Kurz nach meiner Ankunft im Erdgeschoss, verließen Minnami und Mikko das Haus und zu jederman Überraschung, nahm Santeri dies gefasst auf. Er schaute kurz ein bisschen streng, aber jammerte oder gar weinte kein bisschen. Da war ich sehr glücklich! Der kleine Mann hatte gute Laune, welche wir ein wenig an der frischen Luft auslebten, dann spielten wir wieder drin und wieder draußen, je nach Wetterlage. Nach dem Mittagessen zog ich ihm sein Schlafgewandt an und in meinen Armen trank er seine Flasche mit warmer Milch ganz aus. Dabei fielen ihm schon immer wieder die Augen zu und mein Aupair-Herz wurde ganz weich bei diesem niedlichen Anblick! Ganz vorsichtig packte ich ihn in seinen Schlafsack und den Kinderwagen, aus welchem er mich nochmal ganz kurz verträumt anblinzelte und dann tief und fest einschlief.. hach.. seufz..
Nach etwas über 2 Stunden genossen wir gemeinsam einen Nachmittag-Snack und hatten viel Spaß! Ein schöner Tag für mich!

Ich sitze hier, in meinem "neuen Zimmer" und wenn ich diesen Blog hier fertig habe, werde ich zu Silvia fahren und wieder einen tollen Abend haben, davon bin ich überzeugt..

Donnerstag, 26. Mai 2011

twentythree hours in Tallinn..

..with Silvia, Robyn and Tina!

Samstag, 21.Mai..
..10:00 Silvia abgeholt.
..10:20 Zug von Kerava nach Helsinki.
..11:00 Check-In für die Fähre.
warten auf Boarding..

..12:00 Abfahrt mit Linda Line nach Tallinn.

..12:30 drei White Russian und ein Long Island Icetea.
 
(v.l.n.r. Robyn, Tina, Ria, Silvia)

Nach lustigen 1,5 Stunden kamen wir in Tallinn an und die Suche nach unserem 16€-Hostel begann.. Glücklich bezogen wir das riesige 4Bett-Zimmer und schmissen als erstes unsere Sachen breit. Auf dem Weg aus dem Hostel bekamen wir von einem Engländer ein Cider spendiert und vergnügten uns damit auf dem Spielplatz, bei welchem wir auf dem Weg in die Stadt "hängen blieben".








(Tina scheint es nicht so gefallen zu haben)



Obwohl wir alle einen Stadtplan hatten, wurde ich nach wenigen Schritten zum "travel guide" ernannt, (Ironieschalter an) super Idee, weil ich ja eine einwandfreie Orientierung habe (Ironieschalter aus).




So kam es, dass wir zielsicher durch die mit kopfsteinpflaster bestückte Altstadt stolperten..




..interessante Details entdeckten..



..eine Aussicht genossen..

..und Bauwerke bestaunten..

 .. Die Füße waren müde und die Körper verlangten nach einer Pause, also setzen wir uns in eine verlockend gemütliche Openair-Shisha-Bar..
Die Stadt wurde weiter erkundet und "diverse Einkäufe" erledigt. Wir hielten auch bereits die Augen für potentielle Abendziele offen :) 



 




Schließlich fanden wir uns in einem estonischen Restaurant zum Dinner ein und drehten alle nach und nach vor Hunger durch, weil wir so ewig auf unser Essen warten mussten. Letztendlich war es aber sehr lecker und, so wie alles in Estland, auch sehr günstig!

Im Anschluss hatten wir unsere kleine "Warm-up-Party" im Hostelzimmer. Das bedeutete: Handymusik, viel Platz und vier Mädchen und der Kampf um den einzigen Spiegel mit vernünftigen Licht im Bad. Nebenbei wurden bereits die ersten leicht alkoholischen Wässerchen zu Gemüte geführt und als wir das Zimmer verliesen, war es draußen schon ziemlich dunkel. (Hier im Norden ist es zur Zeit um 11 noch nicht ganz dunkel.)
Der Plan war, in der Karaokebar nebenan ein paar Lieder zu trällern, aber daraus wurde nichts, denn wir wollten ungern den Altersdurchschnitt des Lokals drücken und somit gingen wir, zusammen mit zwei finnischen Hostelbewohnern, die wir auf dem Weg aufgegabelt hatten, in die "Depeche Mode-Bar". Die Getränke waren verdammt günstig, die Location ganz in Ordnung, aber nicht genügend gefüllt und die Musik sehr einseitig, weswegen wir uns nach einem Drink schnell dazu entschieden, eine andere Bar/Club aufzusuchen. Ich war mal wieder der guide und stapfte mit meiner super Karte immer voran- in eine unbeaknnte Richtung. Das Ziel war eine Bar/Club namens "Shooters" und dort verbrachten wir den Abend. Es wurde viel getanzt, getrunken und gelacht und alles in allem war es eine gelungene Nacht! 




Die Sonne ging um 3 auf, also war es keine Kunst, im Hellen die Location zu verlassen. Um 5 waren die meisten von uns im Bett und schlummerten dem Weckerklingeln um 9 entgegen. Das Hostel und die jugendfreundliche Umgebung lies mich nicht wirklich schlafen und dementsprechend im Eimer war ich, als ich mich aus dem Bett schälte.
Mit dem Sekt-Anstoßen um 10 im Hostel endete auch schon fast unser Aufenthalt in Tallinn und bis die Fähre um 12 ablegen sollte, entspannten wir ein wenig am Hafen.



 
Schwere Augenlieder! Unregelmäßiger Puls! Schlafentzug! 
Immer schön die Hangover-Sunglasses aufbehalten..
.. und weitertrinken..


.. oder einfach Kopf fallen lassen..


Den Nachmittag verbrachte ich noch ein wenig mit Tina in Helsinki, wobei wir die meiste Zeit in das Warten auf den Zug investierten..


Glücklich und müde rollten GÜNTHER und ich von Kerava nach Tuusula und so endete das Wochenende..

Dienstag, 24. Mai 2011

it is a workout..

.. but it doesn´t feel like a workout because it´s fun!!

Ich habe den Blog nicht vergessen, ich bin nur ständig unterwegs oder zu müde zum Tippen ;-)
Knüpfen wir gleich an den letzten Blog an..
Donnerstag, der 19.Mai:
Wie eigentlich immer war das der letzte Arbeitstag meiner Woche, der Tag mit Santeri war einer wie fast jeder andere- spielen, schlafen, essen, spielen, essen, spielen, windeln, schlafen, essen, spielen.. und den Abend verbrachte ich mit Silvia. Vorerst war Speed-Shopping im Jumbo angesagt und schließlich wurde wieder gemütlich gequatscht. Am Freitag wurde ein wenig ausgeschlafen und am Mittag fuhr ich wieder 8km Richtung Norden. Mit knappen Höschen und Motivation im Gepäck rollten Digga und ich los- ich mit dem Fahrrad und sie auf Skates. Da waren schon einige Hügel dabei und bei dem Tempo, was wir an den Tag legten, ging das ganze als "workout" durch, aber es fühlte sich nicht wie Sport an, da wir die ganze Zeit plabberten..
"it´s a workout but it doesn´t feel like a workout because it´s fun!" :-) .. Insgesamt bewegten wir uns circa 15km und da ich einfach mal unsportlich bin, war ich danach natürlich ein wenig fertig..
Am Nachmittag nahm ich Tina in Empfang. Sie ist seit circa 3 Monaten hier und kommt ursprünglich aus Streitfeld, Sachsen. Wir verbrachten einfach den Nachmittag und Abend bei uns und hatten uns viel zu erzählen ;)
Meinen Gasteltern hatte ich gesagt, dass sie mal was zusammen unternehmen sollten, da ich, wenn ich eh zu Hause bin, auch auf den Kleinen aufpassen kann. Und so war es. Die zwei Turteltauben machten eine Radtour von circa 40km und ich brachte Santeri ins Bett. Er schrie nach seiner Mama und lehnte die warme Milch, die es vorm Schlafen gibt, vehement ab. Schließlich weinte er sich in meinen Armen in den Schlaf und sah dann so friedlich aus..


Am nächsten Morgen klingelte der Wecker ein bisschen eher als gewohnt zum Samstag, denn das Wochenende in Tallinn, Estland mit Tina Derlinger, Robin Payne und Silvia Fuchs stand vor der Tür... 
..doch dazu gibts einen extra Blog-Eintrag :)

Mittwoch, 18. Mai 2011

es hat geregnet..

.. und das so wirklich zum ersten Mal.

Am Montagmorgen konnte ich meinen Augen nicht trauen, als ich, noch sehr müde, die Tür öffnete. Da stand ich nun: müde, kalt, widerwillig einen Fuß vor die Tür zu setzen. Aber ich musste raus, denn auf der anderen Seite des Regens wartete Santeri auf mich. Also Schirm genommen, der zum Glück in meinem Häuschen war, und um die Pfützen getänzelt.
Zum Glück besserte sich das Wetter schon bis zum Mittag, sodass ich mit Santeri raus konnte. Es war ein netter Tag und wir kommen gut miteinander klar denke ich ;)

Dienstag war auch ein netter Tag mit dem Kleinen und auch wenn er ab und zu eindeutig seinen eigenen Willen zeigt, so arrangieren wir uns doch immer wieder ganz gut auf´s Neue.
Am Abend war ich noch mit Silvia im "Jumbo", wo ich meiner Shoppinglaune ein wenig nachgehen konnte.
Auf dem Weg nach Hause sahen wir an einer Bushaltestelle zwei junge Kerle, die kompeltt nackt dastanden und ihre Hinterteile zur Fahrbahn streckten. In großen Buchstaben war auf den Backen "IHANAA LEIJONAT!"zu lesen. Das bedeutet soviel wie "super Löwen!" und damit sind die Spieler der Eishockeymannschaft gemeint.. Wir konnten uns es nicht nehmen lassen und hielten an der Bushaltestelle an. Zuerst freuten sie sich, dann bemerkten sie, dass weibliche Wesen im Auto sitzen und verschreckt versuchten sie "das Wichtigste" mit den Händen zu verdecken.. Da haben Silvia und ich gut gelacht!!!

Heute war ein schöner Tag: Das Wetter war schön, ich hatte gute Laune, Santeri auch und mir gehts einfach gut! Abgesehen davon, dass ich so einen nervigen Ausschlag um meine Augen habe, der irgendwie nicht weggeht und mir auch nicht verrät, woher er kommt!?
Hier noch ein kleines Bild von heute:

Santeri nach dem Mittagschlaf

Moimoi!

Montag, 16. Mai 2011

Hyvää Suomi!!!...

..in your face Sweden! 6:1 and GOOOOOOOOLD :)

ICH KANN NICHTS DAFÜR, dass ihr so lange auf einen neuen Blog-Eintrag von mir gewartet habt!!- Google-Account und Blogspot haben irgendwie einen Fehler gehabt, ich konnte mich nicht mehr einloggen und auch keine Posts abspeichern oder so.-Das bemerkte ich allerdings erst, nachdem ich letzten Donnerstag 1,5 Stunden mit tippen und Bilder hochladen verbracht hatte.. Grr..
Also nun nochmal alles von vorn und weniger detailliert (das kommt euch sicherlich entgegen).

Montag, 9.Mai:
Da ich mir anscheinend über das Wochenende was "eingefangen" hatte, schleppte ich mich geschwächt durch den Tag. Santeri war auch krank und somit hatten wir beide eine schwere Zeit.

Dienstag, 10.Mai..
..verlief ähnlich wie der Vortag. Dank diverser Hausmittelchen ging es mir jedoch schon ein wenig besser und die gewonnene Energie steckte ich in ein überfälliges Vorhaben.
Am Abend kam Silvia vorbei und gemeinsam putzten wir GÜNTHER von innen und außen und erfreuten uns schließlich bei einem Glas Wein über das glänzende Auto :)

shiny GÜNTHER

Mittwoch, 11.Mai:
Santeri war krank und dies hatte natürlich Auswirkung auf seine Laune, der arme kleine Mann! Er weinte ganz viel und rief immer wieder nach seiner Mama, so wie eigentlich insgeheim jeder nach Mama ruft, wenn man krank ist, oder? .. Ich gab wirklich mein Bestes, um ein kleines Lächeln in sein süßes Gesicht zu zaubern, aber "grr-i-a" war an dem Tag einfach nicht genug für ihn. 




Als Mama und Papa später zu Hause waren, war Santeri´s kleine Welt wieder halbwegs in Ordnung.
Meine Welt wurde allerdings aus der Ordnung gebracht, als die Meldung zu mir durchdrang, dass eine Schlange im Haus sei. Minnami brachte Santeri in Sicherheit und Mikko überlegte und handelte nervös, aber schnell, das Tier aus dem Haus zu bekommen. Obwohl ich panische Angst hatte, konnte ich es nicht lassen, einmal kurz um die Ecke zu schauen, bevor ich wieder auf einem Stuhl stand.
Mikko - der Held - verbannte die Schlange aus dem Haus und brachte sie mit einem Schädelbruch zur Strecke.

Mikko the Hero

bis hier hin und nicht weiter..

Natürlich war das nicht irgendeine Schlange, sondern die einzig giftige, die es hier im Wald gibt und wenn die sich bedroht fühlen, können die ganz schnell sein, greifen an, beißen zu. Bääm. Da kippt man nicht gleich um, aber zum Arzt sollte man trotzdem schnell gehen.
Den Nachmittag verbrachte ich mit einem flauen Gefühl im Bauch und jedes Mal, wenn ich jetzt durch den Garten gehe, stampfe ich immer mal auf, um Schlangen zu vertreiben, denn ich bin mir sicher, dass irgend ein Buddy von der toten Schlange vorbeikommen und sich rächen wird..

Später hatte ich noch Spaß mit Santeri..

plitsch platsch

Mister Bubble-Cool-Dinosaur

Grrr!

Donnerstag, 12.Mai:
Santeri war immernoch krank und es brach mir das Herz, den kleinen Sonnenschein weinen zu sehen.
Nach seinem Mittagschlaf war es am schlimmsten- er stand an der Tür, weinte und rief immer wieder nach seiner Mami. Ich konnte ihn nicht trösten, denn er wollte nicht mich, sondern seine Eltern. Und schließlich weinte er so viel, dass er erschöpft in meinen Armen einschlief, als ich mit ihm auf der Couch saß und seinen Rücken streichelte. *seufz* 
Als Mikko nach Hause kam, war Santeri schon ein wenig erleichtert und mit Minnami´s Ankunft war die Welt wieder in Ordnung.

Am Abend fuhren GÜNTHER und ich nach Helsinki, wo wir uns dann mit Silvia trafen. Wir holten Robyn (ein Aupair aus Schottland) ab und dann genossen wir den Sonnenschein, Schokolade und gute Laune im Park.. Als wir in der "AussieBar" waren, bekam ich leichte Kopfschmerzen, welche sich im Laufe des Abends zu einer Migräne erweiterten. Bevor es zu spät war, fuhr ich nach Hause und quälte mich in den Schlaf, denn mein Migränemittel liegt natürlich in Dresden. Tataa.


Freitag, 13.Mai:
Mein freier Tag kam mir sehr entgegen und natürlich schlief ich erstmal schön aus, bevor ich einen Großteil des Tages mit gammeln verbrachte. *grins*
Gegen Abend rollten Günther und ich die 8km über die Straßen und freuten uns auf eine Nacht bei Silvia, welche zwar arbeiten musste, aber wenigstens waren "nur" die 4jährigen Zwillinge Hilda und Hertha da. Als die zwei Energiebündel im Bett waren, bereitete die super-gastfreundliche Silvia den Mädelsabend vor.
Mit Chips, selbstgemachten Dip´s, Bier, Cola und Pizza machten wir uns vor dem Fernseher mit 1,50m Bilddiagonale breit und jubelten für das finnische Team beim Eishockey-Spiel gegen Russland und mit einem 4:1 zogen die Finnen ins Finale ein. Wuhuuu.

Mädelsabend

Wir schnackten die ganze Nacht durch, sahen einen schönen Sonnenaufgang und machten gegen 5 die Augen zu bis wir sie 6:30 wieder aufmachten, denn da wurden die Zwillinge wach.


Ich hoffe, allen Freitag-der-13.-Geschädigten geht es inzwischen wieder gut und das Wochenende war trotzdem schön!? 
(So ein Fahrradunfall kann einem echt die Laune verderben..)


Samstag, 14.Mai:
Gegen 12Uhr fuhr ich nach Hause, wo ich Minnami half, die Fenster im Erdgeschoss zu putzen. Danach kasperte ich noch ein wenig mit Santeri rum und machte mich schließlich auf den Weg zu Silvia.
Ich durfte mit dem Auto meiner Gastmutter fahren. Dies brachte allerdings die Bedingung mit, dass das Auto vollgetankt wird und eine Autowäsche erhält. 
OK! *grins* .. 
Im Anschluss fuhren wir nach Porvoo, welches circa 45min mit dem Auto entfernt liegt. 
"Am Fluss zieht eine Reihe malerisch roter Lagerhäuser die Blicke auf sich. Die Holzarchitektur ist nirgendwo sonst in Finnland so komplett und schön erhalten wie in der Stadt aus dem 14.Jh."(Zitat Marco Polo Reiseführer)
Zuerst spazierten wir zu einem "Amarillo", wo wir uns einen Drink und ich mir was zum Essen gönnte. Der Weg führte uns über eine Brücke, am Wasser entlang, vorbei an den Holzhäusern und durch die kleine Altstadt zurück zum Auto.




Sonntag, 15.Mai:
Bereits in den Morgenstunden liefen die Vorbereitungen für das bevorstehende Event des Tages auf Hochtouren. Der 75.Geburtstag von Juhani (Mikko´s Vater) sollte in Tuusula gefeiert werden. Die geladenen Gäste erschienen um 1 und es folgte ein gemeinsames Anstoßen auf der Terasse.

(v.l.n.r. Lauri, Heikki, Anja, Nuppu, Juhani (hinten), Hilla, Minnami, Vilma)

Natürlich wurde traditionelles Essen aufgetischt und das reichlich, denn 30 Gäste mussten versorgt werden. Es wurden zahlreiche Reden gehalten, Gedichte aufgesagt und Lieder gesungen und ich verstand natürlich kein einziges Wort. 
Anja (Juhani´s Frau) trug vor Eröffnung des Mittagsbuffets ein Gedicht vor und am Ende suchte sie meinen Blick in der Menge und beendete ihre Ansprache mit einem akzentfreien "Guten Appettit!" - darüber habe ich mich sehr gefreut!

 75 Kerzen hätten kaum auf den Kuchen gepasst

sehr lecker!!!

Santeri und Mikko´s Vater

Santeri und Minnami´s Vater

wie der Vater, so der Sohn

 
..zwei Rosen

Am Abend fuhr ich mit Silvia nach Helsinki und gemeinsam mit Robyn schauten wir uns das Finalspiel Schweden gegen Finnland in einem Club namens "Tigers" an. 
Nach einem Tor für Schweden im ersten Drittel kam kurzzeitig schlechte Stimmung auf, aber mit dem Ausgleich und den weiteren 5 Toren kochte die Menge und wurde vom Barkeeper mit einer Wasserdusche abgekühlt ;)

viele Leute auf kleinem Raum

..ja am nächsten Tag hatten wir beide eine raue Stimme- aaaah

Robyn und ich

IN YOUR FACE, SWEDEN!!!

Mit Musik und Jubelgeschrei verlies das Auto die Parkposition auf dem Weg nach Hause. Ein Hupkonzert und Menschennmeer machte sich auch nach dem Spiel auf den Straßen breit. Leute umarmten sich, schrien, tanzten neben unserem Auto zur Musik von Prodigy und drehten einfach durch. Die Stadt war verstopft und es gab nur wenige alternative Wege nach Hause und so kam es, dass wir eine Ewigkeit brauchten, um die Stadt zu verlassen. Zu allem übel fanden wir uns auch noch in einem Baustellenchaos wieder, womit das Navi eindeutig überfordert war!

Soweit so gut für heute!

Moimoi!