.. waren die jeweils ersten Empfindungen.
Am Montagmorgen fiel es mir schwer, das Bett zu verlassen- ich hatte den notwendigen Schlaf anscheinend noch nicht nachgeholt. Tagsüber ging ich trotzdem mit aller Kraft und Motivation meiner Aufgabe nach und war ein Vorzeige-Aupair für Santeri, dafür war ich am Abend umso fauler.
"Der schrecklichste Moment ist, wenn sich der Mensch vom Bette trennt!" - diese Worte meiner Oma Steffi kamen mir auch am Dienstagmorgen wieder in den Sinn. Ein Tag wie fast jeder andere stand mir bevor und meine fast neue fantastisch-bequeme Jogginghose verließ den ganzen Tag meine Beine nicht, selbst dann nicht, als ich zu Silvia fuhr, wir im Supermarkt und Pizza essen waren. Da saßen wir, beide mit einer leckeren KOTI-Pizza, irgendwo in Tuusula auf einem windigen Spielplatz und laberten übermüdeten Schwachsinn.
Der Mittwoch war sehr entspannt, denn gegen 10 überkam Santtu die Müdigkeit und ich konnte ihn für ein kleines Schläfchen hinlegen. Überraschenderweise lies er mir ganze 3 Stunden purer Entspannung. Es gab Mittagessen und dann war auch schon Minnami da, was für mich zur Folge hatte, dass ich bereits 14Uhr Feierabend hatte.
Ich beschäftigte mich hier und da, bis 17:30Uhr Tina Tuusula erreichte. Zusammen mit GÜNTHER fuhren wir nach Helsinki. Unser Ziel sollte das "Ravintola Perho" sein. In diesem Restaurant servieren die Azubis der ersten finnischen Restaurantschule mit Charme und Ambition.
Tina und ich waren beeindruckt vom Antlitz der Lokalität und so suchten wir uns einen schönen Platz in der hintersten Ecke und studierten die Speisekarte.
Vorspeise:
Spargel-rote-Zwiebeln-Essig-Irgendwas und Honig-Irgendwas-Soße
"Sieht lecker aus!", dachte ich und "Zu viel Essig!", sagte ich. Die Vorspeise war trotzdem irgendwie in Ordnung, aber wenn die Hauptspeise nicht trumpfen würde, wollte ich mein Geld zurück haben. Unser sehr junger und verlegener Kellner informierte uns, dass das Hähnchen nicht mehr vorhanden sei und bat uns stattdessen Rind an, widerwillig nickte ich vorerst und setzte noch mehr Erwartung in die Hauptspeise.
Hauptspeise:
Spargel, Möhren, dunkle Pilz-Irgendwas-Soße und Rindersteak
Bravo! Das Rind war eine Wucht! Soooo lecker, nachdem die erste Ecke wie Salzstein schmeckte. Ich fand es dann doch gut, kein Hähnchen zu haben und außerdem war es gut, dass das Steak so groß war. Leider wurden die Möhren und der Spargel davon verdeckt ;-)
Überzeugt und satt blickten Tina und ich der Nachspeise neugierig entgegen.
Nachspeise:
Rhabarber-Crème-Brüleé
Das kleine Näpfchen sah ganz schön verloren aus auf dem großen Teller und zwischen den mikroskopischen Erdbeeren, aber im Geschmack hat das Dessert auf jeden Fall überzeugt, nur leider zu wenig von dem süßen Abgang.
Hmmm..
Der Verdauungspaziergang zu GÜNTHER tat gut und gemeinsam folgten wir der Hauptstraße bis zum Hafen..
Wir überlegten, noch in ein Café/Bar einzukehren, den der Tag war ja noch jung, zumindest war es noch hell, aber der Blick auf die Uhr belehrte uns eines besseren..
..ist es denn zu fassen, dass es um diese Zeit noch so hell ist? Also ich war platt! Wir liefen noch ein wenig herum und traten die 30 Minuten Autofahrt an. Tina musste noch nach Lahti (1 Stunde mit dem Auto) und ich machte mich über Muddie´s Paket her, welches ich am Nachmittag von der Post geholt hatte, als ich nach Hause kam. Meine Gasteltern freuten sich über die Flasche Weißwein und natürlich über die Bratwürste, Würstchen und den guten Bautzner Senf. Selbstverständlich war auch ein kleiner Vorrat Kinderschokolade für mich dabei- DANKESCHÖN MUDDIE! Weiterhin fand ich die gewünschte Bodylotion und eine Ergänzung meines Kleiderschrankes, sowie meine Sonnenbrille mit Stärke :-) DANKESCHÖN MUDDIE!
Bald darauf ging ich ins Bett, denn auf mich wartete wieder ein Tag mit Santeri.
Donnerstag, 26.Mai:
Dieser Morgen sollte mein letzter im Sauna-Haus sein, denn nach einem kurzen Arbeitstag gestalteten Minnami und ich das Kinderzimmer im Haupthaus um und meine Sachen und ich fanden eine neue Unterkunft.
Am Abend kam noch Silvia vorbei und gemeinsam schmiedeten wir erste Pläne für ein Wochenende im Juni- GÜNTHER, Digga und ich machen einen Roadtrip nach Turku und lassen uns auch die Schärenringstraße nicht entgehen, das wird ein Spaß! Whooop!
Als ich in mein großes(!) Bett fallen durfte, war ich zufrieden und im Einklang mit der Welt :-)
Freitag, 27.Mai:
Ein schöner Tag für mich! Ich wachte auf und hatte Platz, mich zu strecken und deswegen wollte ich am liebsten liegen bleiben. Kurz nach meiner Ankunft im Erdgeschoss, verließen Minnami und Mikko das Haus und zu jederman Überraschung, nahm Santeri dies gefasst auf. Er schaute kurz ein bisschen streng, aber jammerte oder gar weinte kein bisschen. Da war ich sehr glücklich! Der kleine Mann hatte gute Laune, welche wir ein wenig an der frischen Luft auslebten, dann spielten wir wieder drin und wieder draußen, je nach Wetterlage. Nach dem Mittagessen zog ich ihm sein Schlafgewandt an und in meinen Armen trank er seine Flasche mit warmer Milch ganz aus. Dabei fielen ihm schon immer wieder die Augen zu und mein Aupair-Herz wurde ganz weich bei diesem niedlichen Anblick! Ganz vorsichtig packte ich ihn in seinen Schlafsack und den Kinderwagen, aus welchem er mich nochmal ganz kurz verträumt anblinzelte und dann tief und fest einschlief.. hach.. seufz..
Nach etwas über 2 Stunden genossen wir gemeinsam einen Nachmittag-Snack und hatten viel Spaß! Ein schöner Tag für mich!
Ich sitze hier, in meinem "neuen Zimmer" und wenn ich diesen Blog hier fertig habe, werde ich zu Silvia fahren und wieder einen tollen Abend haben, davon bin ich überzeugt..